15.12.2010
Vergangenen Sonntag war zwischen 21:45 Uhr und 22:30 Uhr der Marktplatz von Amazon für viele Europäer nicht erreichbar. Betroffen waren die Käufer in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Sieht man sich die Vorjahresverkäufe am 12. Dezember 2010 um diese Uhrzeit dürfte der entstandene Schaden für Amazon recht beachtlich sein. Der dritte Adventssonntag galt als umsatzstärkster Tag des Jahres für das Onlinegeschäft.
Entgegen erster Spekulationen war kein Hackerangriff für den Ausfall des Servers verantwortlich. Ein Hardware-Fehler im europäischen Datencenter war ausschlaggebend, wie ein Amazon-Sprecher später verkündigte.
Die US-Seite war von dem aktuellen Ausfall nicht betroffen. Erst vergangene Woche wurde amazon.com Ziel eines Hackerangriffs. Mit einer Distributed Denial of Service (kurz DDoS) Attacke hatten die Angreifer versucht, den Onlinemarktplatz außer Gefecht zu setzen. Die versuchte Attacke wurde jedoch ohne weiteres von Amazon überstanden. Der Angriff wurde von WikiLeaks-Sympathisanten vorgenommen, nachdem Amazon das Webseitenhosting für WikiLeaks einseitig beendete.
Aber nicht nur Amazon war von den Angriffen der WikiLeaks-Aktivisten betroffen. Auch die Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa sowie der Zahlungsdienstleister PayPal wurden Opfer von DDoS-Attacken nachdem sie kurz zuvor WikiLeaks Dienstleistungen untersagten bzw. einstellten.
Verfasst von: Marc Hartung-Knöfler
Quelle: internetworld.de