06.06.2011
Der vorletzte Woche versuchte Hackerangriff in Hunderte von Gmail-Konten, stammte voraussichtlich aus China. Die betroffenen Nutzer waren vor allem chinesische Regimekritiker, südostasiatische Amtspersonen und US-Regierungsvertreter.
Der Suchmaschinenkonzern Google deckte den Angriff nun auf. Über Phishing wurden wahrscheinlich Nutzer-Passwörter abgegriffen. Entsprechend des Blogs war das Ziel der Hacker, die E-Mail-Inhalte der Nutzer einzusehen, sowie die automatischen Weiterleitungsfunktionen zu manipulieren.
Nach Aufdeckung der gehackten Konten wurden diese von Google gesichert. Google informierte die Nutzer über die Vorgänge und setzte zudem die chinesischen Behörden in Kenntnis. Hinter dem Hackerangriff stecke die zentralchinesische Region Jinan.
Seitens Google werden keine weiteren Mutmaßungen über die Drahtzieher des Angriffs angestellt. Entsprechend der betroffenen Zielgruppe liegt der Verdacht nahe, dass die chinesische Regierung dahinter steckt. Seit Anfang 2010 liegt der Suchmaschinenkonzern mit China im Streit. Ausgangspunkt war ebenfalls ein Hackangriff. Damals drohte Google damit, den chinesischen Markt aufzugeben, sollten die Zensurbestimmungen in China nicht gelockert werden. Die Besucher von google.cn wurden schließlich von Google auf die Webseite in Hongkong umgeleitet um die Selbstzensur zu umgehen. Die beiden Parteien haben sich bis Dato noch nicht geeinigt.
Die Vorwürfe des Angriffs werden derweil von Peking dementiert. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wurde in der „Zeit“ mit den Worten zitiert: „Dieses Fehlverhalten China anzulasten ist inakzeptabel“. Da China selbst Opfer von Internetkriminalität sei, gehe man entsprechend selbst gegen Hacker vor.
Verfasst von: Marc Hartung-Knöfler
Quelle: internetworld.de