13.09.2011
Zum ersten Mal in Googles Unternehmensgeschichte gab der Konzern seine Stromabrechnung aus dem Jahr 2010 bekannt. Die Zahlen sprechen für sich: Insgesamt wurden 2,26 Milliarden Kilowattstunden verbraucht. Der Verbrauch ist vergleichbar mit einer durchschnittlichen Kleinstadt mit 200.000 Einwohnern. Der hohe Stromverbrauch resultiert aus der Bereitstellung von Cloud-Diensten, Online-Videos und Suchabfragen, wie silicon.de berichtet.
Um Konkurrenten keine Informationen über Nutzerzahlen und Wachstum mitzuteilen, hatte der Weltkonzern bislang seinen tatsächlichen Stromverbrauch unter Verschluss gehalten. Das die Zahlen nun veröffentlicht werden, hat sicherlich unterschiedliche Gründe. Zum einen zur positiven Selbstdarstellung - denn auch wenn der Stromverbrauch gesamt betrachtet recht beachtlich ist, fällt er im Branchenvergleich, gemessen an den Nutzerzahlen, doch relativ gering aus. Urs Hoelzle, Senior Vice President, Technical Infrastructure Google, erklärte im Unternehmensblog, dass der Konzern nur etwa die Hälfte des üblichen Verbrauchs eines Rechenzentrums benötige. So brauche Googles Server pro Nutzer im Monat weniger Energie als eine 60 Watt Glühbirne in drei Stunden.
Ein weiterer Grund für die Veröffentlichung ist die Vermarktung des Alleinstellungsmerkmals. Analytics Press veröffentlichte eine unabhängige Studie, aus der hervorgeht, dass Google nur 0,01 Prozent des weltweit verbrauchten Stroms benötige. Google selbst präsentiert sich zudem als CO2-neutrales Unternehmen, und investiere laut eigenen Angaben mit Ausgleichszahlungen in die Reduzierung von Treibhausgasen einer Müllkippe, nahe der Konzernzentrale. Hinzu kommen Investitionen in die Forschung und Schaffung neuer Technologien.
Der Suchmaschinengigant legte zudem eine Studie vor, welche die beträchtliche wirtschaftliche und Umweltverträglichkeit von Google Mail darstellt. Sicherlich steckt Google auch viel Engagement in erneuerbare Energie, weil der Konkurrent Facebook aktuell für dessen Abhängigkeit von Strom aus Kohle-Kraftwerken in der Kritik steht, allen voran von Greenpeace.
verfasst von: Marc Hartung-Knöfler