Öffentliche W-Lans sollen in China überwacht werden

27.07.2011

Wie spiegel.de unter Berufung auf die New York Times berichtet, will China künftig in Cafés und Hotels die W-Lan-Zugänge behördlich überwachen lassen. Die geforderte Überwachungssoftware soll jedoch kostenpflichtig sein, was für kleinere Unternehmen zumeist kaum bezahlbar ist. Ohne W-Lan-Service drohen  jedoch Umsatzeinbußen.

Mit der geplanten Überwachung werden chinesischen Internetsurfern die letzten anonymen Rückzugsorte genommen. Betroffen sind neben Cafés und Hotels auch Bars, Buchläden, Restaurants und sogar Privatschulen. Die Regierung fordert eine kostenpflichtige Software, die den Behörden anzeigt, wer sich wann und wo einloggt.

Laut der New York Times betragen die Kosten  für die Software umgerechnet 2.100 Euro. Im Falle einer Nichtinstallation droht ein Bußgeld in Höhe von 1.600 Euro. Das neue Gesetz ist in Peking bereits in Kraft getreten. Da die Anschaffung für viele kleine Cafés zu teuer ist, haben bereits erste Ladenbesitzer ihre Hotsports abgeschaltet. Angaben eines Cafébesitzers zufolge sei dadurch der Umsatz um 30 Prozent eingebrochen. Unklar ist bisher jedoch, ob dies auch in weiteren Landesteilen verordnet wird.

Shanghai Rain-Soft Software hat das Programm zur Überwachung entwickelt. Gegenüber der NYT wollte das Unternehmen jedoch keine näheren Angaben zu dessen einzelnen Funktionen machen.

Die neue Verordnung macht erneut deutlich, dass China die Kontrolle des Internets nicht aus der Hand geben will. Um in Internetcafés an den PC zu dürfen, mussten sich bereits seit längerem Kunden vorab ausweisen. Nun werden auch die öffentlichen Hotspots kontrolliert.

Verfasst von: Marc Hartung-Knöfler

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